Basilica Chymica, Crollius, 1609

Im 17. Jahrhundert sind Chemie und Alchemie noch miteinander verbunden, aber die Alchemie beginnt nach und nach an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Basiert auf die Praxis der Alchemie und die Theorien über die Materie, die philosophischen, mystischen oder spirituellen Spekulationen in der Renaissance sind besonders verbreitet. Vor diesem Hintergrund erscheint dieses Werk, das war ein Abbild seiner Zeit und auch ein Anfang der modernen Medizin, begründet auf die Biochemie. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, das Werk wird eine unumstrittene Buchreferenz bleiben.

Ein Autor sehr beeinflusst von Paracelsus (1493-1541)

Der deutsche Arzt und Chemiker Oswald Crollius wurde etwa 1560 geboren. Er studierte Medizin an mehreren deutschen Universitäten, aber auch in Strassburg und Genf. Er reiste in Europa, um seine wissenschaftlichen, aber auch sprachlichen Kenntnisse zu vervollkommen.

Zunächst als Wanderarzt in Osteuropa tätig, zog er 1602 nach Prag, wo er Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg behandelte. Letztere gab ihn eine materielle Unterstützung, um seine Experimente in medizinischer Chemie oder Chemiatrie (oder Chymiatrie) zu durchführen. 
In lateinisch geschrieben, Basilica chymica war sein einziges Werk (1609), veröffentlicht in seinem Todesjahr.

Ein wissenschaftliches Werk geprägt von der Theologie

Das Buch besteht aus 3 Hauptteilen.
In einer langen Einführung als eine Mahnung, Crollius legt seine Welt- und Menschenanschauung dar, die sehr stark von der christlichen Theologie, Alchemie und Magie von Paracelsus (1493-1541) kennzeichnet ist. Alles geht von Gott aus und das Universum wird als ausgedehntes System von Entsprechungen zwischen dem Menschen (Mikrokosmos) und der Welt (Makrokosmos) konzipiert.

Reich kommentiertes Exemplar

Das digitalisierte Werk ist wahrscheinlich die Originalausgabe von 1609, die in Frankfurt von « Claude de Marne et les héritiers de Johann Aubry », einem verbündeten Buchdrucker-Buchhandel aus Frankreich, herausgegeben wurde.
Die Präsentation ist verhältnismässig einfach. Spätere Ausgaben von anderen Verlagen, wir hatten Bücher mit reichen illustrierten Frontispizen, manchmal auch in Farbe.
Die verschiedenen Teile des Buches sind mit handschriftlichen Anmerkungen in Latein bestreut, manchmal sogar mit Symbolen nahe der Alchemie. Am Ende des Buches, wir entdecken einen langen handgeschriebenen Text, wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert, verfasst ebenfalls in Lateinisch. Möglicherweise von Paracelsus und einem gewissen Johann Isaac Hollandus, vermutlich ein Pseudonym, wo sich Autoren bis ins 19. Jahrhundert versteckten. All diese handschriftlichen Notizen würden zweifellos eine weitere Untersuchung verdienen.


Aufbewahrungsort : Université de Strasbourg, Service des bibliothèques, Bibliothèque « L’Alinéa »
Signatur : H 118.888
Herkunft : Sammlung BNU - Depot an der Unistra
    
Oswald CROLL, Basilica chymica, Francfort, 1609, in-quarto